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Cocoalicious: Post to iWeb.
Mac - posted on 1/31/06; 7:14:09 PM - Armin Briegel
Impressionen aus CA: Die Stade Zeit
(NB: Dieses Weblog wird bald umziehen. Vorerst werde ich die Einträge spiegeln.)
Habe gerade gehört, dass es in Deutschland dieses Jahr wahrscheinlich keine weiße Weihnachten geben wird. Einen Trost habe ich dazu: Hier in Pasadena auch nicht. Wettervorhersage für Heilig Abend: 26 Grad Celsius und sonnig. Wir dachten wir fahren am Weihnachtstag an den Strand...
Auch mal ganz abgesehen vom Wetter fällt es hier schwer in die rechte Weihnachtsstimmung zu kommen, dazu ist alles hier zu anders. Obwohl man seit November nicht mehr den Santas, Rudolphs und Jingle Bells entkommen kann, hat man irgendwie den Eindruck, irgendwas passt nicht. Dabei kann man den Kaliforniern nicht mangelnden Enthusiasmus vorwerfen, ganz im Gegenteil. Bei uns schräg gegenüber ist ein Haus, wo wir uns schon immer gewundert haben ob da jemand wohnt. Am Wochenende nach Thanksgiving war das Haus plötzlich von Lichtern bedeckt, aufblasbare Weihnachtsmänner und Schneemänner standen davor und beleuchtete Rentiere tummelten sich auf dem Rasen. Jetzt wäre das schon bemerkenswert, wenn es das einzige Haus wäre, aber nach und nach leuchteten noch viel mehr Häuser in der Nachbarschaft auf. Ganz Amerika ist vom Weltall aus gesehen im Dezember sicher deutlich heller.
Thanksgiving ist hier der Startschuss. Fünf Wochen vor Weihnachten geht der Weihnachtsmarkt los. Der Freitag nach Thanksgiving (immer der letzte Donnerstag im November) ist der umsatzstärkste Tag im US Einzelhandel und trägt deshalb den Spitznamen "Black Friday." Anhand der Verkäufe von diesem Tag werden die "Renner" für den Weihnachtsmarkt bestimmt.
Überall wird aufwändig geschmückt, aber da die Amerikaner eine sehr schizophrene Einstellung zur Religion haben, überwiegen säkulare Symbole wie Santa Claus, Rentiere und der Weihnachtsbaum. Eben dieselbe Schizophrenie (hier nennt man das "political correctness" oder kurz "p.c.") sorgt dafür dass man seit einigen Jahren nicht mehr "Merry Christmas!" wünscht, sondern "Happy Holidays", denn das Gegenüber könnte ja nicht Christ sein. Zum Glück fällt das jüdische Hannukah in ungefähr dieselbe Zeit. Ausserdem wurde auch ein Fest mit afrikanische Wurzeln namens Kwanzaa "entdeckt" (erfunden) damit auch die Menschen, die sonst nicht viel mit spiessigen Traditionen christlichen (weissen) Ursprungs zu tun haben wollen, die Festtage ohne schlechtes Gewissen geniessen können.
Weihnachten läuft hier etwas anders ab. Zwar kommt Santa Claus auch in der Weihnachtsnacht und bringt die Geschenke, wie das deutsche Christkind. Aber er kommt Nachts, wenn alle schlafen, so dass die Bescherung hier am Morgen des 25. Dezember stattfindet. Je nachdem wie aufgeregt die Kinder sind, sehr früh am Morgen. Das hat einige Vorteile: die Eltern können in aller Ruhe am Heilig Abend die Geschenke unter den Weihnachtsbaum legen und die Kinder haben den ganzen Weihnachtstag um die neuen Geschenke auszuprobieren.
Selbst der Weihnachtsbaum sieht hier anders aus. Erstens sind alle Weihnachtsbäume perfekt konisch. Da ist kein Platz für krumme Fichten. Ausserdem werden die Bäume dann so dicht mit Ornamenten aller Art geschmückt, dass man am Ende das Grün gar nicht mehr sieht. Erst dann ist ein Weihnachtsbaum hier fertig. Unter den Baum müssen möglichst viel Geschenke passen. Manche Hersteller von künstlichen Bäumen bieten sogar welche an, die man Kopf-(Spitz-)über an die Decke hängt und so den ganzen Fussboden unter dem Baum freimacht.
Die Geschenke sind hier dann doch das worum sich die Festtage drehen. Die Wochenenden im Advent, sind davon geprägt das "richtige" Geschenk für alle zu finden. Wir waren letztes Wochenende im Aquarium und es war dort angenehm leer. Wahrscheinlich waren die meisten Familien beim shoppen oder Weihnachtsbaum aussuchen. Hier zahlt es sich wirklich aus, wenn man seine Geschenke per Post über den Atlantik verschicken muss: da muss man Anfang Dezember fertig sein mit dem Einkaufen.
Der englische Brauch der "Christmas Caroling", wo mehr oder weniger talentierte Sänger durch die Nachbarschaft ziehen und a-cappella Lieder anstimmen wird auch hier praktiziert. Aus irgendeinem romantischen Grund meinen die Leute dann, das wirke nur wenn man wie in einer kitschigen Charles Dickens Verfilmung angezogen ist. Da es in kitschigen Charles Dickens Verfilmungen immer schneit und kalt ist (welches England ist das, nicht das wirkliche?) macht das hiesige Klima den Sängern in Kostüm schwer zu schaffen, sehr zur Freude der Weihnachtszyniker. Weihnachtslieder sind hier überall präsent, nicht nur in den Einkaufszentren. Die Radiosender stellen ihre Musik schon im November um, teilweise vor Thanksgiving, selbst im Flughafen, Restaurants und Fast Food spielen "Rudolph the red-nosed Reindeer" und "Jingle Bells". Nur George Michael's "Last Christmas," welches in Deutschland im Radio ohne Ende gespielt wird, vermisse ich hier. Vielleicht fehlt deshalb die Weihnachtsstimmung?
Life - posted on 12/24/05; 12:41:16 AM - Armin Briegel
Impressionen aus CA: Halloween
Schon lange bevor man SAD (“seasonal affective disorder”, also die klassische Herbstdepression) kannte (oder einen pseudo-wissenschaftlichen Namen dafür hatte) wurde die Herbstzeit mit Trauer und Tod verbunden. Fast alle Kulturen hatten und haben zu dieser Jahreszeit Tage und Feste, die mit der Vergänglichkeit und Dämonen verbunden sind.
Die Christlichen Missionare waren besonders geschickt darin, alte keltische Feiertage und Bräuche als Christliche Festtage wieder zu verwenden. So wurde das keltische Samhain (Sommerende) in Allerseelen umgewandelt. Die Idee ist allerdings dieselbe geblieben, naehmlich dass die Welt der Toten zu dieser Zeit besonders nahe ist und dass man die Geister und Seelen beschwichtigen sollte. Papst Gregor III verlegte dann im Jahre 835 auch Allerheiligen vom Mai in den November und sorgte so für einen Doppelfeiertag. (Das war nicht derselbe Papst Gregor der im Jahre 1582 einfach zehn Tage aus dem Oktober strich – und die Leute regen sich heute über die eine Stunde Sommerzeit auf – das war Papst Gregor XIII, aber dieser Name scheint mit Kalenderumbau zusammenzuhängen.) Da die Kirche dann immer weniger mit den “heidnischen” Bräuchen von früher zu tun haben wollte, wurde die ganze Geister und Dämonen Geschichte eben auf den Abend vor Allerheiligen gelegt. Auf Englisch All Hallow’s Eve oder eben Halloween.
Eine beliebte Strategie, um Geister und Dämonen zu beschwichtigen, war schon immer ihnen Essen anzubieten. Nichts ist menschlicher als das übermenschliche und wem gefällt so ein leckeres Gebäck nicht. Da lässt man doch gerne davon ab die irdischen Nachkommen zu peinigen. Viele Bräuche ranken sich um das Gebäck zu Allerheiligen und Allerseelen, zum Beispiel die leckeren Allgäuer Seelen haben wohl daher ihren Namen (für Uneingeweihte: Brotstangen – die besten gibt es in Wangen im Allgäu).
Was liegt näher, wenn viele Menschen leckeres Gebäck und Süßigkeiten nachts nach draussen legen? Findige Kinder, die zuhause nicht unbemerkt an die Keksdose in der Speisekammer kommen, verkleiden sich eben als Dämonen und Geister und kommen so an ihren Teil der Leckereien.
Hier fangen schon im September die Vorbereitungen für die Gruselspass an. Labor Day (erster Montag im September) beendet hier die Sommerferien und damit den Sommer. Wenige Tage (Stunden) später tauchen Kürbisse, Hexen und Geister in den Supermärkten auf. Da es in Deutschland zu der Zeit schon Nikoläuse gibt, fand ich das nicht so unangenehm. Nach und nach übernehmen dann die Halloween Farben Orange und Schwarz die USA. Es gibt Halloween Versionen von M&Ms, Mars und allen anderen Süßigkeiten. Kuchen und Donuts werden in Orange/Schwarz dekoriert und überall stehen Kostüme und Puppen von den beliebtesten Halloweencharakteren (dieses Jahr waren das Darth Vader, Yoda und Spiderman) rum. Von der Allgegenwärtigkeit der Kürbisfratzen ganz zu schweigen.
Der Brauch mit den Kürbissen kommt aus Irland. Dort schaffte es der Legende nach ein gewisser Jack, den Teufel auf einen Baum zu locken und ihn mit einem Kreuz, das er in die Rinde ritzte, dort festzusetzen. Als er dann starb wollte ihn weder der Himmel noch die Hölle aufnehmen. Doch der Teufel gab ihm wenigstens ein Licht um die Nächte aufzuhellen. Um Jack O’Lantern an Halloween zu besänftigen, trugen die Kinder ausgehölte Rüben mit Lichtern und eingeritzten Fratzen. Als die ersten Siedler in Nordamerika Kürbisse fanden, erkannten sie sofort das Potential für größere Jack O’Lanterns. Seitdem werden der Kürbis und seine orangene Farbe mit Halloween verbunden.
Heute geht es bei Halloween im wesentlichen darum sich zu gruseln, Leckereien einzusammeln und Spaß zu haben. Wie so oft kennen die Amerikaner da keine Grenzen. Die Häuser werden mit Gespenstern, Kürbissen, und Spinnennetzen geschmückt. Da stehen mannsgrosse Spinnen neben Frankensteinfiguren. Woanders reihen sich Grabsteine und ein anderer verwandelt seine Hausfront in ein Mausoleum. Dazu kommen noch künstlicher Rauch (oder Trockeneis aus dem Caltech Fundus), bunte Lichter und Stroposkope und gruselige Hintergrundmusik. Manche Nachbarn steigern sich aneinander hoch und überbieten sich gegenseitig. Deshalb gibt es dann einen richtigen “Tourismus” mit langsamen Verkehr in diesen Strassen und ganze Menschen-(Geister-)trauben auf den Gehwegen.
Daheim auf der front porch (Terasse vor dem Haus) pilgern inzwischen die verkleideten Kinder und Jungendlichen vorbei. Sie rufen dann “Trick or Treat” und strecken einem Tüten und Körbe entgegen, die man mit Süssigkeiten füllen soll. Oft werden die Kinder von ihren Eltern begleitet, die mindestens eben so viel Spaß an der Sache haben – manchmal haben sie sogar eigene Tüten. In manchen Gruppen waren sogar mehr Erwachsene als Kinder und wir sind uns sicher wenigstens zwei Autos beobachtet zu haben (natürlich SUVs) in denen die Kinder von Haus zu Haus gefahren wurden.
Später am Abend machen sich dann die Eltern auf um auf Halloween Parties zu gehen. Dort sind dann die Häuser innen mindestens eben so aufwändig geschmückt wie aussen, es gibt rote Kuchen und anderes gruseliges Essen. Und jeder kommt verkleidet. Dabei zählt Kreativität mehr als das es unbedingt gruselig sein soll, auch wenn Hexen, Zauberer und Teufel hoch im Kurs stehen. Man merkt übrigens, dass man in der Nähe vom JPL ist, wenn zwei Besucher sich als Schwarzes Loch verkleiden.
Am nächsten Tag hat dann der Spuk sein Ende. Die orange-schwarzen Dekorationen verschwinden aus den Läden und werden schnell durch Santa Claus, Rentiere und Schneemänner ersetzt. Die M&Ms sind jetzt rot-grün. Weihnachten ist nicht mehr weit.
Unsere Halloweenbilder
Mehr über Halloween: Wikipedia: Halloween
Life - posted on 11/13/05; 9:34:45 PM - Armin Briegel
Impressionen aus CA: Oktoberfest
Ich bin ja dafür bekannt die Münchener Wiesn zu vermeiden. Wenn das Wetter im September so schön ist, dann gehe ich lieber nochmal in einen Biergarten, da ist es ruhiger, da sind weniger betrunkene Amerikaner, Australier und Italiener und das Bier und Essen sind billiger (nicht wirklich billig, aber billiger).
Am Wochenende waren wir auf einen Ausflug in Big Bear einem Ort an einem See in den Bergen. Dort kann man mal so richtig aus dem Smog rauskommen und die Füsse in den See stecken. Man fährt da mehr als eine Stunde kurvige Bergstrassen nach oben und dann noch weiter in die Berge. Die “Bergstraße” ist natürlich vierspurig und man kann fast immer 50 Meilen schnell fahren.
Big Bear ist ein Wintersport Gebiet, das nächste am Grossraum LA. Mir fiel es allerdings schwer bei rund 27 Grad Celsius im Oktober an Schnee zu denken. Die Pisten, die wir gesehen haben waren auch eher von der “Familien Buckel” Kategorie. Nicht dass die Berge dort nicht hoch wären (der Big Bear Lake liegt auf 6750 Fuß).
Am Wochenende kam nun noch hinzu, dass in Big Bear Oktoberfest gefeiert wurde. Immerhin schon zum 35. Mal. Wir hatten schon davon gelesen und auf der Webseite findet man so interessante Sätze wie:
We pride ourselves on being one of the most authentic Oktoberfests in the United States. To that end, we use only German butchers, bakers and beer makers!
Das klang sehr vielversprechend, dennoch wollten wir unsere Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, schließlich sind wir ja in Kalifornien. Uns war klar dass die Amerikanische Perspektive von Deutscher Kultur und Unterhaltung fern der Realität ist. Ausser man betrachtet Marianne und Michael’s Musikantenstadl als Realität.
Dennoch wurden wir von dem Versprechen deutscher Kochkunst angelockt wie die Fliegen von… naja, wie die Bienen vom Honig. Ariane schwärmte im Auto von Wurstsalat, Leberkäse und O’batzdem. Aber wenigstens Brezeln und Bratwurst sollten doch drin sein, dachten wir.
Als wir ankamen waren wir noch zu früh, vor zwölf war dort nichts auf – am Sonntag früh geht man eben in die Kirche. Also zogen wir nochmal von dannen, setzten uns an den See in die Sonne. Kai jagte noch ein paar Eidechsen und kletterte auf Baumstämmen rum und wir bekamen alle viel Bewegung an der frischen Luft, was sich sehr positiv auf den Appetit auswirkte.
Zurück in Big Bear mussten wir erst mal $5 Eintritt zahlen, ganz schön happig. Das “Bierzelt:” ein grosses Gebäude mit einem Saal, dass den Rest des Jahres sicher für Country Abende mit Square Dance verwendet wird. Davor einige Buden, bei denen man authentische Bayrische Kunst – Indianer Speere und Zelte, Feenkostüme, eine Handleserin und ein Stand mit Markisen. Eine gewissen Irritation machte sich breit.
Im “Bierzelt” wurden wir erstmal von den vertrauten Tönen einer Blaskapelle begrüsst. Das “Rhönland-Echo” spielte auf. Besonders schön war es den Ansagen des Band-leaders, in einem gequälten Englisch mit authentischem Deutschen “th”-lispeln zu folgen. Dass dort einige Amerikaner in falscher Tracht rumsprangen versuchten “Gaudi” zu verbreiten konnten wir noch ignorieren. Wir hatten was wichtigeres im Sinn. Der Geruch von Bratwurst und Kraut setzte uns schon sehr zu. Schnell fanden wir dann auch die Speisekarte – auf der entdeckten wir dann zu unserer Freude “Pretzel” und “Landjager” ausserdem natürlich Bratwurst und “Knockwurst”. Die Preise konnten uns nach dem Eintritt nun nicht mehr schocken.
Was uns dann allerdings schockierte war die Aussage der Bedienung, dass ihnen die “Pretzels” am Samstag ausgegangen waren. Selbst unsere flehenden Blicke und die Frage was das denn für ein Oktoberfest sei, ohne Brezeln, halfen gar nichts. Also wählten wir geknickt “Apple Strudel” statt der “Pretzel.” Naja, ich will gar nicht weiter elaborieren. Für $8 gab es eine Bratwurst, matschigen Kartoffelsalat und komisch schmeckendes Sauerkraut. Der “Apple Strudel” war zu süß und die Scheibe Brot war weiss und weich. Positiv kann man vermerken, dass der Landjäger gut war und es guten scharfen Senf gab, wenn auch Kühne und nicht Develey.
Wir zogen uns nach draussen zum Essen zurück, denn die Gefahr von einem gaudi-wütigen pseudo-Teutonen zum Tanz aufgefordert zu werden war gewaltig. Dort saßen wir dann zwischen Buden die “Kettle-Korn”, Maiskolben und Macadamia verkauften (gesalzen, nicht geröstet). Kai war an dem Essen kaum interessiert, er musste die Hüpfburg und später den Streichelzoo mit Ziegen, Schafen und Lamas aufsuchen. Kai war auch ganz besonders von der Blaskapelle fasziniert. Schon wirklich bemerkenswert dass besonders “Patrona Bavariae” dort die Tanzfläche füllt. Nach einigen Minuten traute er sich dann sogar auf die Tanzfläche wo er sich einigen Kindern bei einem Ringelreihen anschloss. Als dann allerdings der ‘Chicken Dance’, also der Ententanz begann suchten wir alle fluchtartig das Weite.
Im grossen und ganzen haben wir trotzdem irgendwie amüsiert. Aber Brezeln und Wurstsalat wären eigentlich schon ganz schön gewesen. Es gibt da noch das Alpine Village im Süden von LA… die haben zur Zeit auch Oktoberfest. Vielleicht haben wir da ja mehr Erfolg…
Life - posted on 10/5/05; 6:20:01 AM - Armin Briegel
Talking Google
Google have started their chat service. It even works with iChat.
I would like to test it but need chat partners. Contact me if you do not have my gmail address. Contact me if you don't have a gmail address, I still have some invitations left.
Tech - posted on 8/24/05; 8:38:38 AM - Armin Briegel Automator Actions
I have created a small website dedicated to some Automator actions.
Armin's Automator Actions
Go check it out. I really like the idea behind automator, but I am still waiting for the day where I can build a workflow without having to write an action.
The actions I have published so far are: Convert Text Files, Create Disk Image From Files and LimitNumberofItems. And more are planned. Go explore and have fun!
Mac - posted on 8/24/05; 8:12:19 AM - Armin Briegel
Impressionen aus CA: Mexikanisch Essen
Vor einigen Jahren waren unsere kalifornischen Freunde für ein paar Wochen in Europa. Nachdem sie in Österreich und Italien waren, kamen sie nach München uns zu besuchen. Die Reise hatte ihnen sehr gut gefallen aber etwas habe ihnen dann doch gefehlt. Nach einigem Ausfragen haben uns die beiden dann gestanden, dass sie unter "Mexican food deprivation" litten. Wir waren ja bereit zu helfen und wollten gleich am Abend selber Tacos machen. Also los zum Supermarkt um die Zutaten zu kaufen. Aaron war mit dabei, wohl um sicher zu gehen, dass ich die richtigen Sachen kaufe. Schliesslich standen wir im Supermarkt vor dem Regal mit dem "Mexikanischen Food" immerhin fast einen Meter breit. Er schüttelte den Kopf und sagte: "This is so sad."
Recht hat er. Wir sind hier nach knapp einem halben Jahr schon totale Fans von Mexikanischem Essen geworden. Mexikanisches Essen gibt es in Deutschland nur in vergleichsweise teueren Szenerestaurants. In Deutschland gibt es generell eine klare Einteilung wo man Essen kaufen kann. Man kann Fast Food oder auf Deutsch einen "Imbiss" kaufen, oder richtig essen gehen. Da ist eine klare Abgrenzung zwischen dem Vinzenzmurr, dem McDonalds und dem Döner auf der einen Seite und den Restaurants auf der anderen.
Hier in der USA ist das ein Kontinuum. Auf dem einen Extrem gibt es McDonalds, Taco Bell und den zwielichtigen Schuppen an der Ecke, wo man schmierige Burritos bekommt. Das andere Extrem sind schicken Nobelbistros auf dem Colorado Boulevard, Kalifornische Fusion Restaurants, wo die Hauptgänge aussehen wie woanders die Häppchen und zwielichtige Schuppen an der Ecke wo man drinnen leckerstes Essen serviert bekommt.
Aber auch die Mitte des Spektrums ist sehr interessant. Es gibt hier einige Restaurant Ketten, die von ihrem Auftreten und wie sie funktionieren Fast Food sind, die sich aber darauf spezialisieren gute Qualität ohne (unnötiges) Fett und Geschmacksverstärker zu bieten. Das "fast" bleibt dabei oft ein wenig auf der Strecke, da die Speisen nach dem Bestellen erst frisch zusammen gebaut werden. Auch Kai liebt diese Restaurants, denn dort kann er mit dem Essen um sich werfen, kriegt einen Burrito für sich alleine und einen Churro (eine Art Zimtstange) als Nachtisch und das Spielzeug ist viel schöner als beim McDonalds. Es gibt hier auch Salat Fast Food, wo der Salat frisch vor einem nach Wunsch zusammen geworfen wird.
Der durchschnittliche Tourist und neuhinzugezogene ist erst mal mit der Auswahl an den Tafeln, die die Speisekarte ersetzen, hoffnungslos überfordert. Aber nach einigen Versuchen stellt man dann fest, dass sich Experimentieren lohnt. Der Amerikaner liebt es einfach Auswahl zu haben, dabei übertreiben sie es auch oft ein bisschen. Das läuft dann ungefähr so ab:
Gast (Europäer): I'd like a Cheeseburger.
(damit wäre die Bestellung in Europa fertig, aber hier geht es erst so richtig los...)
Kellner: How would you like that cooked?
Gast (hat sich vorbereitet, auf die Frage war er gefasst): Medium.
Kellner: Do you want bacon on that?
Gast (warum eigentlich nicht?): Yes, sure.
Kellner: What kind of cheese do you want?
Gast (wird langsam unsicher): What kinds do you have?
Kellner (rasselt die Optionen runter, weil er/sie es schon zwei-tausend mal gesagt hat): Cheddarswissandmontereyjack.
(es sind immer cheddar, swiss und monterey jack. In den feineren Restaurants gibt es manchmal noch "blue cheese")
Gast: ähhh, swiss.
Kellner: Do you want wheat or rye buns?
Gast (langsam überfordert): öh, rye....
Kellner (wird langsam ungeduldig): Do you want fries, onion rings or a baked potato?
Gast (wird sich langsam wieder sicherer, das ist einfach): fries.
Kellner: Do you want a salad on the side?
Gast (ha, das kennen wir, gibt es in Deutschland auch). Yes, please.
Kellner: What kind of dressing?
Gast: äh....
Ehrlich, die letzte Frage halte ich immer für den Killer. Bloß nicht fragen was es für dressings gibt. Die Liste ist grundsätzlich endlos und bis der Kellner, der nun ehrlich ungeduldig ist, vier oder fünf runtergerasselt hat ist man als Deutscher mit dem "verstehen und entschlüsseln" erst beim zweiten und sowieso schon hoffnungslos überfordert. "Green" ist auf jeden Fall eine schlechte Antwort, denn jeder Salat ist hier grün. Wenn man Essig und Öl will, bestellt man "Vinaigrette." Ranch dressing ist laut Umfragen in den USA das beliebteste Dressing und damit liegt man auch nie falsch.
Wie schon gesagt, Amerikaner lieben es Optionen zu haben beim Essen. Frühstück bestellen ist noch schlimmer als der Burger oben. Selbst beim Kaffee machen sie es einem schwer und die beliebteste Kaffeekette hier besteht auch noch drauf, dass die Kaffeebecher dort nicht small, medium und large sind, sondern "Tall", "Venti" und "Grande". Allein dafür gehören die boykottiert.
Zurück zum mexikanischen Essen. Auch da gibt es natürlich eine gewaltige Auswahl. Aber im Prinzip kommt es immer auf dasselbe zurück. Es gibt einen Teigfladen aus Weizen- oder Maismehl. Der ist entweder knusprig oder weich und kann verschieden gross sein. In den werden die restliche Zutaten gelegt oder gewickelt. Dabei handelt es sich meistens um Fleisch, Fisch oder (Ariane's Liebling) Schrimp, Bohnen (immer), Reis, Salat, Cilantro (Korianderblätter), Zwiebeln, Avocados (schliesslich sind wir in Kalifornien), Käse und Salsa.
Je nach dem wie gross der Fladen ist heisst das dann anders. Wenn die Fladen klein sind, dass man das restliche Essen nur drauf legen kann, dann sind es Tacos. Wenn man das Essen zwischen zwei Fladen legt sind es Quesadillas. Wenn man das Essen in einen Fladen einrollt sind es Enchiladas und wenn man das selber am Tisch machen muss sind es Fajitas. Wenn das Essen in einen richtig grossen Fladen eingewickelt wird, dass man das mit der Hand (oder den Händen) essen kann sind es Burritos und wenn man diesen Burrito noch mit Käse überbackt, dann ist es ein Chimichanga.
Um ehrlich zu sein, gebe ich der Mexican Cuisine hier wahrscheinlich sehr unrecht, aber nach einem halben Jahr haben wir uns erst so weit vorgearbeitet. Wir werden weiter recherchieren.
Life - posted on 8/23/05; 5:40:12 PM - Armin Briegel
Impressionen aus CA: Maßeinheiten
Ich bin vollkommen von Google überzeugt. Natürlich gibt es dafür viele Gründe: Google ist eine grossartige Suchmaschine, die Google Maps sind wundervoll, jedenfalls in den USA und Google hat einen schönen Humor. Es gibt aber eine Funktion in Google, die mich immer wieder endlos begeistert.
Um den vollen Nutzen dieser Funktion klar zu machen muss ich etwas ausholen. Ich habe jetzt meinen Firmenwagen bekommen. Bis der neue Dodge Caravan im Herbst geliefert wird, darf ich einen Ford Escape SUV fahren. Jetzt findet ihr das bestimmt sehr ironisch, dass ich nach meinem Brief über die grossen Autos einen SUV bekomme, ich auch.
Ich bin ein Computernarr, kein Autonarr. Ich kann Euch eines über den Ford sagen: er ist weiß, was hier in Kalifornien gar keine so schlechte Farbe ist. Eine Zahl interessiert mich bei einem Auto aber dann doch: der Spritverbrauch. Und schon wird die Sache kompliziert.
In Europa misst man den Verbrauch in Litern pro Hundert Kilometer, als Volumen (Menge) pro Strecke. Jeder von uns kennt die fiese Zapfsäulenalgebra: 29 Liter auf 320km... na, wer kann das im Kopf? Wirklich schwierig, aber in diesem Fall sind das fast genau 9 Liter auf 100 km. Hier in den USA ist das natürlich anders.
Erstens sind die USA nicht metrisch. Hier wird in Inch (Zoll), feet (Fuß), yards und Meilen gemessen. Wobei ein Fuß zwölf Zoll sind, ein yard drei Fuß oder 36 Zoll, eine Meile 1760 yards oder 5280 Fuß. Wenn das US System eine gute Seite hat, dann dass es grundlegende Arithmetik fördert. In brauchbaren Maßeinheiten: 1 Inch ist 2,54 cm, ein Fuss 30,48 cm, ein yard 91.44 cm und eine Meile rund 1,6 km. Das ist nicht auf Längeneinheiten eingeschränkt, Volumen wird in fluid ounces, pints, quarts und gallons gemessen, wobei eine Gallone vier quarts oder acht pints hat und ein quart 32 fluid ounces hat. 1 quart ist ungefähr ein Liter (0.946 liter). Den Rest könnt ihr selber ausrechnen. Die Englischen Volumen Einheiten heißen zwar gleich, sind aber verschieden.
Gewicht wird in ounce, pounds, hundredweight und short tons gemessen. Als ich zum ersten hier auf einer Waage stand und sich das ganze dann bei knapp unter 200 eingependelt hat war ich sehr schockiert. Als ich das Ganze dann in Kilogramm umgerechnet hatte war es nicht viel besser, aber ich gehe jetzt viel schwimmen, ganz bestimmt. Die Preise für Obst und Gemüse im Supermarkt sehen hier gar nicht so teuer aus, bis man sich klar macht, dass die Preise pro Pfund sind und nicht pro Kilo. Ein US Pfund sind ungefähr 450 Gramm also weniger als was die Deutschen als Pfund bezeichnen. Das Englische und Amerikanische Pfund sind gleich, aber die Amerikaner haben 2000 Pfund in der Tonne und die Briten 2240. Deswegen ist die US Tonne eine kurze ("short ton") und die Britische eine lange ("long ton"). Warum sie nicht "light" und "heavy" sind? Keine Ahnung, ein Physiker hat das bestimmt nicht definert.
Temperaturen sind in Fahrenheit. Fahrenheit war ein Deutscher und hat 1714 die erste Temperaturskala definiert. Die Wahl der Skala war aber etwas bizarr. Weil er wohl eine Abneigung gegen negative Zahlen hatte definierte er 0 Grad als das kälteste was er kannte (eine Salz-Eis-Lösung bei -18 Grad Celsius, der Mann war nie in einem südbayerischen Winter) und 100 Grad definierte er anthropozentrisch als menschliche Körpertemperatur (genauer, die Temperatur seines Assistenten, der an dem Tag leichtes Fieber gehabt haben muss, denn 100F sind eben knapp 38 Grad Celsius). Von all den Sachen aus Deutschland müssen die Amerikaner also diese quere Temperaturskala verwenden. In Süd-Kalifornien bedeutet das folgendes: sixties ist kalt, seventies und eighties angenehm, nineties ist heiss und triple-digit temperatures unangenehm heiß und unüblich. Ratet mal was wir in den letzten zwei Wochen hatten
Natürlich werden in der Physik, im Maschinenbau und in der Industrie diese Einheiten kombiniert um all die schönen Größen aus dem Physikunterricht zu bekommen. Druck wird in PSI (pounds per square inch) und Energie in BTUs (British Thermal Units). Der Gipfel kommt allerdings bei der Leistung: es gibt weltweit nicht weniger als fünf Definitionen für Pferdestärken.
So ziemlich die einzige Größe, die in USA gleich gemessen wird ist die Zeit. Sekunden, Minuten, Stunden und Tage, sind hier gleich wie in Europa, nur sechs bis neun Stunden später. Aber selbst da müssen es die Amerikaner anders machen. Beim Datum schreiben sie zuerst den Monat, dann den Tag, dann das Jahr. Bei der Uhrzeit sind die Amerikaner faul und zählen nur bis 12, um vormittags und nachmittags zu unterscheiden hänge sie dann "AM" und "PM" dran. Steht für "ante meridian" und "post meridian".
Eigentlich besagt der Metric Conversion Act von 1975, dass das SI System (Système Internationale, das metrische System) das bevorzugte System in den Vereinigten Staaten sein sollte. 30 Jahre später gibt es dazu immerhin schon einige Fortschritte. Auf Nahrungsmittelpackungen muss der metrische Wert stehen, deshalb weiss ich genau, dass 12 fl. ounces 355 ml sind. Cola Dosen sind in den USA etwas größer als in Europa. Größere Flaschen sind hier aber metrisch. Die PET Industrie ist auch in den US metrisch, deshalb habe ich hier eine Wasserflasche mit "1 quart, 10.3 fl. oz (1.25 Litres)" neben mir stehen.
Der Interstate 19 in Arizona wurde wohl in einem Überschwung der Euphorie in den Siebzigern mit metrischen Strassenschildern ausgestattet. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen wurden dann bald wieder auf Meilen gewechselt, aber die Entfernungsangaben blieben in Kilometer, als einzige Strasse in den USA.
Im Regelfall verwenden das US Militär und Wissenschaftler in den US das metrische System, auch wenn es immer wieder unrühmliche Ausnahmen und Unfälle gibt.
Nach Informationen der US Metric Association (gegründet 1916, 226 Jahre nach der Erfindung des SI Systems) sind die einzigen Staaten ausser den US, die noch nicht offiziell das SI System anerkennen Liberia und Myanmar. Diese beide Staaten haben im Gegensatz zu den USA noch kein Programm zur "Metrication" also besteht noch Hoffnung.
Aber ich habe jetzt sehr weit ausgeholt, es ging um den Benzinverbrauch. Jetzt wäre es schon verwirrend genug Liter pro Hundert Kilometer in z.B. Gallonen pro Hundert Meilen umzurechnen. Aber es ist noch schlimmer. Statt Menge pro Strecke (Verbrauch) messen die Amerikaner "Mileage" also Strecke pro Menge. Das ist dann eben "twenty miles per gallon" oder eben 30 oder 40. Ich muss zugeben, dass die Tankstellenarithmetik mit dem Amerikanischen System leichter fällt. Aber dann im Kopf in Liter auf 100km umzurechnen habe ich noch nie geschafft, selbst auf dem Papier oder mit dem Taschenrechner schleichen sich immer wieder Fehler ein.
Und jetzt kommt Google zur Rettung: wer bei google.com (google.de kann das nicht) z.B. "1 pound per square inch in bar" eingibt kriegt das richtige Ergebnis. Wunderbar. Google kann auch kompliziertere Arithmetik, eben die Amerikanische "Mileage" in Deutschen Verbrauch um rechnen, z.B. 25 Meilen pro Gallone oder 6 l/100 km. Das ist eine riesen Hilfe!
Neuerdings kann Google auch Währungen umrechnen, also kann man neuerdings auch direkt den Benzinpreis vergleichen. Wunder der Technik, für Auswanderer unverzichtbar.
Aber nicht alles ist schlecht an den Einheiten in den USA. Bei Rezepten findet man Mengenangaben in einer Einheit namens "cup" also Tasse. Bedeutet also dass hier Mehl, Wasser, Milch, Zucker etc. in Volumen gemessen werden, nicht nach Gewicht. Das wirklich elegante daran ist, dass es nicht darauf ankommt welche Tasse man nimmt, weil ja bei einer größeren Tasse im Verhältnis von allen Zutaten gleich viel zusammenkommen. Bei Zutaten die aus der Natur der Sache anders gemessen werden (Eier kommen nun mal ganz eigenen Einheiten) ist man in Schwierigkeiten, wenn man anstatt von mehr oder weniger normalen Tassen Espresso-Tassen oder Salatschüsseln verwendet. Im Allgemeinen funktionieren die cups also ganz gut und der Einfachheit halber kann man hier in jedem Supermarkt und Küchenladen Messbecher kaufen, mit denen man seine cups abmessen kann, damit auch alles seine Richtigkeit hat. Bleibt nur noch die Frage wie diese normal-Tasse definiert ist... Google hat, wie immer, die Antwort.
Life - posted on 8/1/05; 11:36:07 PM - Armin Briegel
Impressionen aus CA: Schräge Vögel
Los Angeles ist dafür bekannt, dass hier alle möglich verrückten und merkwürdigen Personen leben. Letztens sind wir auf dem Weg von Oxnard nach Malibu an der Küste entlang gefahren. Da hatte jemand sein Schlagzeug auf einem Felsen aufgebaut und trommelte wild dem Meer entgegen.
Wer mich schon länger kennt, der musste sicher schon mal mit mir Star Trek ansehen, sicher auch mehr als einmal. Da gab einen sehr wortkargen Charakter namens "Mr. Homn" der in einigen Folgen auftauchte. (Wer weniger auf Star Trek steht, hat aber wahrscheinlich "Men in Black" gesehen, da spielt derselbe Schauspieler, Carel Struycken , einen Aquillianer, der aber schnell sterben muss.) Letztens waren wir beim Starbucks und als ich mich mit meine Chai Tee umdrehte sah ich plötzlich nur Hemd vor mir. Jetzt bin ich mit 170cm (hier sagt man "five-seven" und meint fünf Fuß und sieben Zoll) nicht wirklich groß aber ich musste meinen Kopf schon sehr verrenken um das obere Ende des Hemdes zu sehen. Ich war schon aus dem Laden draussen, bis ich merkte, dass es „Mr. Homn‰ war, so ein Person gibt es kein zweites Mal. Das nächste Mal wenn ich ihn sehe, bitte ich ihn um ein Photo mit Kai auf dem Arm, das wird der Knüller (oder sehr peinlich).
Einen anderen liebenswerten schrägen Vogel treffen wir jeden Samstag morgen auf dem hiesigen Farmer's Market. Dort gibt es jede Menge leckeres Obst und Gemüse frisch und günstig. Ich kann es immer noch kaum fassen, dass man hier seit vier Monaten frische und reife Erdbeeren kaufen kann. Jedenfalls ist dort auch immer ein Strassenmusikant der mit Trommeln, einer Gitarre und einer Mundharmonika Rasta-musik macht. Ich glaube auf den CDs, die er verkauft steht, dass er sich "King" nennt, aber wir nennen ihn nur den "Rasta-Man". Kai ist total begeistert und muss dort immer länger Pause machen, denn der Rasta-Man stellt auch immer zusätzliche Trommeln und Rasseln auf, damit die Kinder mitspielen können. Er spielt auch immer dieselbe Musik aber das ist Kai egal. Kai entwickelt langsam richtiges Entertainment Talent und tanzt und trommelt immer mit und verteilt auch Rasseln an seine Eltern und Passanten, damit sie mitmachen. Es gibt jedesmal Geschrei, wenn wir dann weitermüssen.
In Kai's Kinderkrippe gibt es auch einen Koch. Sein Name ist Andi, aber jeder nennt ihn dort nur "Chef". Chef ist sehr kräftig und hat rote Haare und ein rotes Bärtchen. Eigentlich sieht Chef so aus, als wäre er Türsteher in einer Biker-Kneipe, anstatt Koch in einem Kinderhort. Der Chef ist auch wahnsinnig freundlich und alle Kinder und Eltern lieben ihn. Schliesslich verpflegt er alleine und eigenhändig jeden Mittag 300 hungrige Kinder und wenn nur die Hälfte davon soviel isst wie unser Sohn, dann ist das eine unglaubliche Leistung. Bei all dieser Arbeit schafft es Chef dann noch für und mit den Kindern Cookies und andere Leckereien zu backen. Wenn davon was übrig bleibt, dann steht am Eingang ein Korb mit Cookies, Brownies oder Muffins und die Eltern dürfen für eine kleine Spende von einem Dollar einen mitnehmen. Das sind wirklich die besten Cookies, die ich bis jetzt gegessen habe.
Die schrägsten Vögel hier sind natürlich die Kolibris . Wir haben an unserer Garage einen "Hummingbird Feeder" aufgehängt. Den füllt man mit Zuckerwasser, das ist nämlich nicht nur das Lieblingsgetränk der einheimischen Hominidae, sondern auch der Trochilidae. Im Gegensatz zu dem Zuckerwasser für Menschen, soll man das Zuckerwasser für die Kolibris aber nicht einfärben. Vier Wochen lang kam kein Kolibri und wir dachten schon wir machen was falsch, aber jetzt herrscht reger Verkehr an unserem Feeder. Diese kleinen Vögel kommen angesaust und schwirren dann einen Augenblick vor dem Feeder bevor sie anfangen mit der langen Zunge das Wasser raus zu lecken. Wenn Sie sich sicher fühlen dann setzen sie sich auch hin, aber oft trinken sie im fliegen. Dabei machen die Flügel ein bemerkenswertes Summen. Kolibris sind die einzigen Vögel, die auf der Stelle oder sogar rückwärts fliegen können. dazu schlagen sie bis zu 80 Flügelschlägen in der Sekunde und das Herz schlägt 400 bis 500 mal in der Minute. Um diese wahnsinnige Hektik durchzuhalten brauchen sie eben Zuckerwasser oder Nektar, was auch ihre einzige Nahrung ist. Menschen brauchen eben Koffein in ihrem Zuckerwasser um auch nur in Nähe dieser Leistungen zu kommen. Wenn zwei Kolibris gleichzeitig trinken wollen gibt es lautes Geschnatter und die beiden tragen das dann in unglaublicher Luftakrobatik aus bevor einer davon schwirrt. Leider läuft dieser Luftkampf so schnell ab, dass man mit blossem Auge wirklich nicht mitkommt.
Die einheimischen Kolibris sind Zugvögel, also werden wir uns im Herbst wieder von ihnen verabschieden müssen. Bis dahin werde ich aber sicher auch die anderen schrägen Vögel hier kennen gelernt haben.
Life - posted on 7/15/05; 6:20:31 AM - Armin Briegel
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It's been a while since I did some work on code, but this is a nice new one: Address Book Plug-ins for Google Maps:
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Mac - posted on 6/29/05; 1:01:21 AM - Armin Briegel
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